Banksy

Anfänge und weiterer Werdegang

Über Banksys Kindheit und Jugend ist außer städtischen Mythen nicht viel bekannt. Die erste gesicherte Information findet sich in seiner Beteiligung am Projekt DryBreadZ Crew, das sich in der Anfangszeit vor allem mit Graffitis beschäftigte. Erst Mitte der Neunziger Jahre fand der aufstrebende Künstler einen eigenen Stil, der sich zunehmend in der Verwendung von Schablonen realisierte. Die aufgesprühten Motive garnierten er und seine Mitstreiter häufig mit satirischen oder zynischen Slogans. Mit seiner Schablonenkunst etablierte sich der junge Künstler schnell in der Streetart-Subkultur seiner Heimatstadt, sodass man ihn schnell in einem Atemzug mit anderen Größen der umfangreichen Bristoler Untergrundszene wie 3D oder Nick Walker nennen konnte.

Als erstes mural painting gilt das 1997 in Bristol aufgetauchte Bildnis mit dem griffigen Namen "The Mild Mild West", das einen gewaltbereiten Teddybären mit einem Molotowcocktail abbildet. Der sich später abzeichnende Duktus von Banksys Arbeiten kündigt sich in der Darstellung von drei Polizisten an, die von dem Bären bedroht werden. Mit den Jahren steigerte sich der Bekanntheitsgrad des Künsters so immens, dass er fortan nicht mehr wie ein Rebell gehandhabt wurde, sondern sogar eigene Ausstellungen gestalten durfte. Banksys Popularität machte sein mitunter kontroverses Programm langsam aber sicher hoffähig. Heutzutage ist das Projekt zwar mehr und mehr bei kulturbeflissenen Freunden der Untergrundkultur gefragt, Banksys Werke zieren jedoch weiterhin auch die unschönen Ecken in vielen Metropolen. In dieser Hinsicht ist der Künstler seinen Wurzeln treu geblieben.

Die Message von Banksys Streetart

Die Arbeiten sind oftmals in spartanischer Farbauswahl gehalten und akzentuieren das Hintergründige, indem Abstufungen von Schwarz und Weiß die Szenerie dominieren. Farbenfrohe Abschnitte dienen zumeist der Kontrastierung zur ansonsten biederen Koloration. Auf diese Weise gelingt dem Künstler in vielen Fällen eine deutliche Betonung der eingefärbten Flächen, die sich durch einen unbewussten Aha-Effekt erklärt.

Im Laufe der Jahre kristallisierte sich unterdessen ein greifbares Programm aus den mannigfaltigen Werken heraus. Banksys Botschaften sind oftmals antikapitalistisch, gesellschaftskritisch und gegen das Establishment gerichtet. Der Stilisierung als Untergrundrebell, der mit seinen Mitteln gegen die herrschenden Verhältnisse ankämpft, entspricht auch die konsequente Verschleierung der Person hinter dem Künstler. Auf diese Weise wird der Künstler zum Mythos, der nicht mehr personengebunden, sondern ausschließlich mit Bezug auf die Kunstwerke und ihre Botschaften zu verstehen ist.

In der Vergangenheit kamen stets neue Gerüchte auf, die von einer größeren Gruppe hinter dem Projekt erzählen. Bislang konnte jedoch nicht eindeutig geklärt werden, ob das Konzept aus einer Person besteht oder eine Phalanx verschiedener Masterminds für den Erfolg verantwortlich zeichnet. Es liegt jedoch bei der hohen Dichte an immer neuen Werken nahe, dass der Künstler zumindest Unterstützung von einer Stammbesetzung an treuen Affiliates hat.

Überall und ungesehen

Banksys Popularität beruht darüber hinaus nicht nur auf rein ästhetischen beziehungsweise objektbezogenen Gründen. Das Geheimrezept für den Künstler bestehen aus zwei einfachen Konzepten: Anonymität und Ubiquität.

Seit den frühesten Anfängen zu Beginn der 90er Jahre ist der Streetartist stets um die Beibehaltung von Anonymität bemüht. Er lässt seine Werke für sich sprechen und begutachtet die oftmals flächendeckenden Auswirkungen seiner Kunst aus dem Hintergrund. Mit diesem unprätentiösen Stil steht er für genuine Streetart, die das Produkt seiner Inspirationsströme im Vordergrund wissen möchte, ohne dass es von Rahmenbedingungen und Umständen verwischt wird. Dank der erfolgreichen Tarnung ist mittlerweile ein echter Kult um den geheimnisvollen Strippenzieher entstanden, der die Strahlkraft der Kunstwerke medienwirksam fördert.

Ubiquität lautet das zweite Konzept. Kaum einer Metropole der westlichen Welt fehlt heutzutage ein Werk vom Bristoler. Kunstwerke des britischen Streetart-Künstlers säumen den gesamten Globus und verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Auch heute noch, im Zeitalter des Internets und seines unfassbar raschen Informationsflusses, ist Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit ein unschätzbares Gut. Räumlichkeiten in urbanen Gebieten zu nutzen, heißt, seine Botschaft in den Alltag der Menschen zu integrieren und zu jeder Zeit Aufmerksamkeit zu erregen. Die Transportmöglichkeiten und der Informationsaustausch in der globalisierten Welt erzeugen die Gelegenheit, zur selben Zeit auf allen Kontinenten präsent zu sein. Immer mit einer Prise Selbstironie behaftet, fügt sich Banksy durch seine Allgegenwärtigkeit den heutigen Verhältnissen und nimmt sie gleichzeitig auf die Schippe.

Never stop, never settle

In schier unmenschlicher Tarnfähigkeit schafft es Banksy, immer wieder an neuen Orten zu überraschen und mit einem neuen Kunstwerk aufzuwarten. Wie ein Superheld vermag er es, aus dem Nichts aufzutauchen und nach getaner Arbeit spurlos wieder zu verschwinden. Das Phänomen ist mindestens ebenso berühmt wie der Künstler selbst. Die perfekte Verwebung von inhaltsstarker Kunst im öffentlichen Raum mit einer sich selbst fortsetzenden Legende machen die Faszination aus, die Banksy umgibt und auch nach einem Vierteljahrhundert stark wie nie zuvor Begeisterte auf der ganzen Welt anzieht.


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